Geschäftskonto von N26

Startet man eine Selbstständigkeit oder gründet man ein Unternehmen, steht man irgendwann unweigerlich vor der Frage, wie es denn nun mit dem Thema Konten ausschaut. Während für Unternehmensgründungen eine Geschäftskontopflicht besteht, ist es für eine nebenberufliche Selbstständigkeit, wie ich sie anstrebte, kein Muss.

Dennoch habe ich in meinem Beratungstermin bei der Industrie- und Handelskammer eine klare Empfehlung zum Geschäftskonto bekommen, die ich dann ein paar Wochen später in die Tat umgesetzt habe.

Vorteile eines Geschäftskontos

Einer der wichtigsten Vorteile ist dabei eine saubere Trennung von privaten und geschäftlichen Buchungen, was sich vor allem bei Steuererklärungen als hilfreich erweisen dürfte. Fordert das Finanzamt bestimmte Nachweise in Form von Kontoauszügen, kann man einfach die entsprechenden Kontoauszüge des Geschäftskontos komplett beilegen. Nutzt man hingegen dafür das normale private Girokonto, ist dafür oft die Unkenntlichmachung von privaten Buchungspositionen notwendig. Darüber hinaus haben die Geschäftskonten in der Regel auch deutlich weniger Buchungspositionen, sodass gesuchte Nachweise auch viel schneller zu finden sind.

Suche eines geeigneten Kontos

Wie bin ich die Suche nach einem Geschäftskonto angegangen? Man kann dafür im Prinzip die selben Vergleichsportale nutzen, die man auch bei einem gewöhnlichen Girokonto nutzen würde. Auf eine Empfehlung, die ich bei einem Podcast gehört habe, habe ich mich auf der Webseite https://unternehmerkanal.de/vergleich/geschaeftskonto-vergleich/ umgesehen, die nebenbei gesagt auch zahlreiche Tipps rund ums Gründen bietet. Anders als privaten Girokonten ist die Auswahl an Banken, die Geschäftskonten bieten, viel viel geringer. Neben etablierten Banken sind auch einige StartUp-Banken dabei, darunter paar, von denen ich noch nie was gehört habe. Da ich relativ klare und aus meiner Sicht bescheidene Kriterien zur Auswahl hatte, fiel mir die Auswahl der Bank leicht.

  • geringe / keine Führungsgebühren
  • Unterkonten
  • keine allzu unbekannte Bank
  • Alles andere, wie zum Beispiel ein dichtes Filialnetz, schicke Kreditkarten, ein persönlicher Ansprechpartner oder Möglichkeit, Geld abzugeben war mir hingegen gar nicht wichtig.
The winner is…. N26

Am Ende blieb als einzige Bank die Berliner N26-Bank übrig, für die ich mich auch entscheiden habe. Wie es sich für eine coole Startup-Bank mit einer schicken App gehört, konnte ich das Konto bequem von zu Hause aus in wenigen Minuten bestellen und auch das Identverfahren komplett online durchlaufen. Nach ca. einer Woche habe ich von der Bank auch meine Karte per Post zugeschickt bekommen, allerdings nicht aus Berlin, sondern aus Madrid 🙂

Da ich das Konto lediglich als Drehscheibe für Ein- und Ausgänge nutze, habe ich alle anderen Kontenfunktionen (Bargeldabhebung, Zahlungen im Ausland, Kontaktloses Bezahlen, Zahlen mit Magnetstreifen) deaktivert.

Kosten

Wie eingangs geschrieben, war es mir wichtig, keine Unsummen für das Geschäftskonto zahlen zu müssen. Die gute Nachricht dabei ist, dass das Konto in meiner Ausführung (es gibt auch eine kostenpflichtige Variante mit mehr Features) komplett kostenfrei ist. Darüber hinaus zahlt N26 sogar ein Cashback für Einkäufe mit der Karte.

Unterkonten

Kommen wir zum Punkt mit den Unterkonten, der mir ebenfalls wichtig war. Hier hole ich mal ein wenig aus. Erzielt man in Deutschland Umsätze aus selbstständiger Arbeit(unabhängig davon ob nebenberuflich oder Vollzeit), erfolgt die Besteuerung etwas anders, als wenn man normalen Angestelltenjob hat. Wenn ich beispielsweise einen Auftrag mit dem Volumen von 1.000€ fertiggestellt habe, dann kommt dieser Betrag auf meinem Konto auch komplett an. Rein optisch schaut es sicherlich gut aus – man sollte sich aber natürlich keinen Illusionen hingeben, dass das Finanzamt davon nichts haben möchte 🙂
Wenn das Geschäftsjahr nach der Gründung rum ist und ich meine erste Steuererklärung abgegeben habe, dann ermittelt das Finanzamt die ausstehende Einkommenssteuer. Darüber hinaus leitet sich anhand dieser Umsätze auch die künftige quartalsweise Einkommenssteuervorauszahlung ab, die dann ebenfalls fällig wird. So wird dann bei mir voraussichtlich eine Steuer für rund 16 Monate Geschäftstätigkeit auf einmal fällig.
Um hier nicht in einen Liquiditätsengpass zu geraten, wird auch von der IHK dringend empfohlen, eine Rücklage für solche Zwecke zu bilden. Genau dafür nutze ich ich separaten Konten (genannt Spaces) bei N26. Von jeder Kundenüberweisung, die ankommt, ziehe ich pauschal 30% ab (runde den Betrag für alle Fälle noch großzügig auf) und überweise es auch das Rücklagenkonto. So komme ich gar nicht in die Versuchung, dieses Geld auszugeben und löse diese Rückstellung erst dann auf, wenn der Steuerbescheid vom Finanzamt reintrudelt.

Fazit

Unabhängig davon, ob man ein Geschäftskonto als sinnvoll erachtet oder lieber darauf verzichtet, würde ich jedem Gründer das Thema Steuerrücklagen (vor allem ganz am Anfang der Selbstständigkeit) wirklich ans Herz legen. Denn die Steuer muss man so oder so zahlen – es ist besser, wenn man darauf vorbereitet ist. Und auch wenn man sich nicht sicher sein kann, dass der Gesetzgeber dieses Steuergeld immer sinnvoll investiert, eins kann man sicher sagen – eine saftige Steuernachzahlung bedeutet nicht weniger, als dass man in der Selbstständigkeit erfolgreich war.

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